Der TV Kirchzell musste sich am Samstag bei der HLZ Friesenheim/Hochdorf II mit 26:33 (13:13) geschlagen geben. Dabei spiegelt das Endergebnis den Spielverlauf nur bedingt wider. Vor allem in der ersten Halbzeit begegnete der TVK den Gastgebern auf Augenhöhe. Erst eine schwache Phase nach dem Seitenwechsel brachte den Odenwaldexpress entscheidend ins Hintertreffen.
Die Partie begann für den TVK denkbar ungünstig. Bereits nach 33 Sekunden musste Kirchzell die erste Zeitstrafe hinnehmen, Hochdorf nutzte den Start und ging mit 2:0 in Führung. Tim Häufglöckner erzielte nach knapp vier Minuten den ersten Kirchzeller Treffer. In der Folge fand der TVK zunehmend besser in die Begegnung. Über Levgen Zhuk und Niklas Ihmer gelang beim 3:3 erstmals der Ausgleich.
Hochdorf legte zwar weiterhin vor und setzte sich zwischenzeitlich auf 8:4 ab, doch Kirchzell ließ sich davon nicht abschütteln. Häufglöckner, Zhuk und Ihmer sorgten dafür, dass der Rückstand Stück für Stück schmolz. Nach gut 16 Minuten stellte Zhuk auf 8:8, wenig später brachte Jannik Wolf den TVK beim 9:8 erstmals in Führung.
Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Nach dem 10:10 durch Häufglöckner wechselte die Führung mehrfach. Zwei Treffer von Ihmer brachten Kirchzell beim 12:11 erneut nach vorne. Kurz vor der Pause gelang Hochdorf zwar das 13:12, doch praktisch mit der Halbzeitsirene traf Joshua Osifo zum 13:13.
Trainer Povilas Babarskas sah trotz einiger technischer Fehler eine ordentliche erste Hälfte seiner Mannschaft. Der TVK war im Spiel, hielt kämpferisch dagegen und stand auch defensiv über weite Strecken stabil. Umso ärgerlicher war, was unmittelbar nach dem Seitenwechsel folgte.
Zunächst deutete wenig auf einen deutlichen Ausgang hin. Hochdorf erzielte das 14:13, Zhuk antwortete umgehend zum 14:14. Danach geriet das Kirchzeller Spiel jedoch aus dem Rhythmus. Innerhalb von weniger als acht Minuten erzielten die Gastgeber sechs Treffer in Folge und zogen auf 20:14 davon.
Es war eine jener Phasen, die Babarskas im Anschluss an die Partie ansprach. Über weite Strecken zeigte seine Mannschaft eine ordentliche Leistung, konnte diese nach der Pause jedoch für einige Minuten nicht aufrechterhalten. Einige technische Fehler ermöglichten Hochdorf einfache Tore und brachten den TVK zunehmend aus dem Rhythmus.
„Wir haben sechs, sieben, acht oder neun Minuten eine schlechte Phase und schenken dem Gegner einfache Bälle“, fasste der Trainer die Problematik zusammen. Genau solche Phasen müsse seine Mannschaft künftig besser überstehen.
Kirchzell versuchte anschließend, wieder Stabilität in die Partie zu bekommen. Jannik Wolf traf dreimal innerhalb weniger Minuten, dennoch konnte Hochdorf seinen Vorsprung weiter ausbauen. Nach dem 23:17 durch Wolf in der 44. Minute erhöhten die Gastgeber auf 26:18. Spätestens jetzt wurde es für den TVK schwer, noch einmal entscheidend zurückzukommen.
Hinzu kamen zwei Zeitstrafen gegen Levgen Zhuk in der zweiten Hälfte. Trotzdem gab sich Kirchzell nicht auf. Ihmer, Zhuk, Osifo und Tom Spieß hielten dagegen, doch näher als auf sechs Treffer kam der TVK nicht mehr heran. In der Schlussphase setzte sich Hochdorf nochmals ab und führte beim 33:24 erstmals mit neun Toren. Osifo betrieb mit drei Treffern in den letzten knapp zwei Minuten noch Ergebniskosmetik und stellte den 26:33-Endstand her.
Trotz der zweiten Niederlage in Folge wollte Babarskas die Gesamtleistung seiner Mannschaft nicht grundsätzlich schlechtreden. Gerade kämpferisch habe die Mannschaft erneut viel investiert. Vielmehr müsse es darum gehen, in schwierigen Situationen konzentriert zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und nicht nach mehreren Fehlern ins Grübeln zu geraten.
Denn dass der TVK mithalten kann, zeigte die erste Halbzeit deutlich. Was momentan fehlt, ist die Konstanz über die gesamte Spielzeit. Schon wenige schwache Minuten reichen in der 3. Liga aus, um eine ausgeglichene Begegnung kippen zu lassen.
Genau daran gilt es nun zu arbeiten: schlechte Phasen gemeinsam überstehen, wieder schneller Sicherheit ins eigene Spiel bekommen und verhindern, dass aus zwei oder drei Fehlern ein Lauf des Gegners entsteht. Dann soll aus guten 50 Minuten möglichst bald wieder eine Leistung über die vollen 60 Minuten werden.


